Zwei mal drei macht vier, widdewiddeweg war das Schiff – Zwei Museen in Stockholm

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Stockholm, das sogenannte Venedig des Nordens, hat unglaublich viele, unglaublich gute Museen. Zwei davon haben es mir besonders angetan, und die möchte ich euch heute vorstellen.

Das Vasa-Museum macht schon von außen neugierig, es sieht nämlich aus wie ein Schiff mit drei Masten. Und das liegt daran, dass genau das dadrin ist, ein Schiff.

Nämlich die Vasa, im 17. Jahrhundert gebaut und für kurze Zeit der ganze Stolz der schwedischen Marine. Benannt ist das große Kriegsschiff nach dem Wappensymbol der damaligen Königsdynastie. Die ließ sie mit großem Aufwand und hohen Kosten bauen, um im Dreißigjährigen Krieg auch auf dem Wasser mitmischen zu können. Daraus wurde aber nichts, weil die Vasa es nicht mal aus dem Stockholmer Hafengebiet schaffte. Sie sank auf ihrer Jungfernfahrt nach nur etwa 20 Minuten und riss um die 40 Menschen mit sich in die Tiefe. Ganz schön peinlich für den schwedischen König Gustav II. Adolf. Man probierte mehrmals, das teure Schiff zu bergen, aber alle Versuche scheiterten.

Vielleicht auch wegen der Schmach erinnerte sich nur wenige Jahrzehnte später schon niemand mehr, wo die Vasa gesunken war und das Schiff geriet in Vergessenheit. Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde das Wrack entdeckt und schließlich gehoben. Nach jahrelangen Maßnahmen der Restauration und Konservierung bekam das Schiff dann ein eigenes Museum.

Anfang der 90er wurde das Vasa-Museet eröffnet, eine riesige Halle, die den gigantischen Schiffskörper umschließt. Auf sieben Ebenen kann man die Vasa umrunden und so in ihrer ganzen Pracht bestaunen. Das Schiff ist nämlich erstaunlich gut erhalten. Zusätzlich gibt es Nachbauten der Decks zum Erkunden und viele der Holzfiguren sind separat und mit ursprünglicher Bemalung ausgestellt.

Mir gefällt dieses Konzept, das einen dieses Stück Geschichte wirklich erleben lässt, und nicht nur zweidimensional hinter einer Glasscheibe präsentiert. Wer sich also für Militärgeschichte, den Dreißigjährigen Krieg oder Kriegsschiffe interessiert, sollte unbedingt die Vasa besuchen. Es stellt sich ja auch noch die Frage, warum sie gesunken ist…Aber das will ich hier nicht verraten, das kann jeder selber herausfinden!

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So viel für das Historikerherz, dann gibt es da aber auch noch ein Museum, das ein ganz anderes Herz zum Hüpfen bringt: mein Kinderherz! Junibacken beschäftigt sich mit schwedischer Kinderliteratur und daher natürlich auch mit Astrid Lindgren.

Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber ihre Erzählungen sind fester Bestandteil meiner Kindheit gewesen, ich wollte Hütten bauen mit Britta, Inga und Lisa, mich mit Krümel vor den Tengilmännern verstecken und mit Ronja den Frühling begrüßen. Und irgendwie hab ich das auch alles. Und in diesem wundervollen Museum konnte ich das nochmal. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt, auch wenn die eine Hälfte der Besucher deutlich jünger, die andere deutlich älter war als ich. Denn Junibacken wird besonders gern von Enkeln und Großeltern besucht. Genau wie ich haben sie eine Fahrt mit der Löwenherz-Bahn gemacht, die einen an die wichtigsten Schauplätze der Geschichte bringt und detailgetreu nachgebaute Szenen sowie die Originalillustrationen zeigt. Ich habe mich mit vielen kleinen Kindern in die Schlange gestellt, um auch auf Kleiner Onkel vor der Villa Kunterbunt reiten zu können.

In diesem Museum gibt es so viel zu entdecken und auch mit Mitte Zwanzig fällt es leicht, dort Kind zu sein. Wenn man mit den Mumins Tee trinkt oder auf dem Thron der Schneekönigin Platz nimmt. Und wenn man von all dem geschafft ist, dann kann ich nur empfehlen, in das kleine, zum Museum gehörende Café zu gehen. Die Einrichtung lässt Mädchenträume wahr werden und niemand backt bessere Zimtschnecken als die Schweden.

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Und noch als kleiner Tipp, beide Museen liegen auf der Insel Djurgården. Wie der Name erahnen lässt, gibt es dort einen Tierpark, Skansen, der definitiv auch einen Besuch wert ist! Und dann gibt es da ja auch noch einen Jahrmarkt am Wasser…

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